Häufige Fragen zur Horizontalsperre
Was ist grundsätzlich nicht verkehrt an einer Horizontalsperre?
Gar nichts.
Das Prinzip ist richtig und seit über 100 Jahren bekannt: Eine kapillare Feuchtewanderung im Mauerwerk muss unterbrochen werden. Früher geschah das mechanisch mit Sperrschichten aus Glas, Schiefer oder Metall. Das war sichtbar, dauerhaft und nachvollziehbar.
Warum funktionieren moderne Injektionsverfahren so oft nicht?
Weil sie versuchen, ein mechanisches Problem chemisch zu lösen.
Flüssigkeiten, Gele oder Cremes können in porösem, hohlem oder rissigem Mauerwerk keine gleichmäßige, durchgehende Sperre bilden. Sie verlaufen unkontrolliert und lassen genau dort Lücken, wo gesperrt werden müsste.
Was ist der Unterschied zwischen Horizontalsperre und Imprägnierung?
Eine Horizontalsperre trennt.
Eine Imprägnierung verlangsamt.
Viele Injektionsverfahren sind in Wahrheit nichts anderes als eine hydrophobierende Imprägnierung. Die Wand wirkt kurzfristig trockener, langfristig kommt die Feuchte zurück – oft stärker als vorher.
Kann Hochdruck eine bessere Verteilung im Mauerwerk erzeugen?
Nein.
Hoher Druck ersetzt keine gleichmäßige Struktur.
Ab einem gewissen Punkt schädigt Druck das Mauerwerk, vergrößert Risse oder sprengt schwache Materialien auf. Aussagen mit extremen Druckwerten sind meist Marketing – keine Bauphysik.
Warum hört man trotzdem so viele Erfolgsgeschichten?
Weil kurzfristige Effekte mit langfristiger Funktion verwechselt werden.
Frisch verputzte, beschichtete oder gestrichene Wände sehen zunächst trocken aus. Die eigentliche Feuchtebewegung im Mauerwerk bleibt jedoch bestehen.
Warum geben viele Firmen Garantie auf ihre Verfahren?
Weil Garantie nicht gleich Funktion bedeutet.
Viele Garantien beziehen sich auf Teilbereiche, Zeiträume oder Bedingungen, die mit der tatsächlichen Ursache nichts zu tun haben. Entscheidend ist nicht das Papier, sondern das Ergebnis nach Jahren.
Warum arbeiten viele Anbieter heute nur noch mit Putz und Beschichtung?
Weil sie selbst gemerkt haben, dass frühere Injektionsverfahren nicht dauerhaft funktionieren.
Putz und Beschichtung sind kosmetische Maßnahmen – keine Abdichtung und keine Horizontalsperre.
Ist jede Wand für eine Horizontalsperre geeignet?
Nein.
Material, Aufbau, Alter, Belastung und Nutzung entscheiden. Pauschale Lösungen funktionieren nicht. Genau deshalb scheitern so viele Standardverfahren.
Warum ist das Thema Horizontalsperre heute komplizierter als früher?
Weil heutiges Mauerwerk meist nicht massiv ist.
Lochsteine, Kalksandstein, saugende Ziegel, wechselnde Mörtel und jahrzehntelange Umbauten sorgen für ein inhomogenes Wandgefüge. Das lässt sich nicht mit einer Flüssigkeit „gleichmäßig absperren“.
An großen Worten und großen Zahlen.
Extremer „Hochdruck“, garantierte Trockenheit oder pauschale Lösungen für jedes Gebäude sind klare Warnzeichen. Seriöse Lösungen erklären Grenzen – sie versprechen keine Wunder.
Was passiert, wenn man eine falsche Lösung wählt?
Dann wird es meist teuer.
Die Feuchtigkeit bleibt, Salze wandern weiter, Schimmel entsteht – und am Ende muss erneut saniert werden. Eine falsch gemachte Horizontalsperre ist oft schlimmer als gar keine.
Wie geht ihr mit dem Thema Horizontalsperre um?
Individuell.
Ohne Verkaufssysteme.
Ohne Produktzwang.
Wir prüfen zuerst, ob und wie eine Horizontalsperre technisch sinnvoll ist – und sagen auch klar, wenn sie es nicht ist.
Warum seid ihr bei diesem Thema so kritisch?
Weil wir die Folgen sehen.
Seit Jahrzehnten.
In echten Kellern, nicht im Prospekt.